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	<title>Dr. Stefanie Thiele</title>
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	<description>Starte jetzt deine Ausbildung!</description>
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	<title>Dr. Stefanie Thiele</title>
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		<title>Wenn Erholung nicht mehr erholt.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afmmedia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 15:25:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lebenszeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Psychische Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt Müdigkeit, die nach einer guten Nacht verschwunden ist. Und es gibt diese andere. Man schläft. Man hat vielleicht sogar ein Wochenende frei. Man fährt ein paar Tage weg, nimmt sich vor, endlich einmal nichts zu tun. Und trotzdem kommt man nicht richtig zurück. Der Körper sitzt auf dem Sofa. Der Kopf arbeitet weiter. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Müdigkeit, die nach einer guten Nacht verschwunden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es gibt diese andere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man schläft. Man hat vielleicht sogar ein Wochenende frei. Man fährt ein paar Tage weg, nimmt sich vor, endlich einmal nichts zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem kommt man nicht richtig zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Körper sitzt auf dem Sofa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kopf arbeitet weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meiner Arbeit als Psychiaterin und Psychotherapeutin begegne ich immer wieder Menschen, die erst spät erkennen, wie lange sie eigentlich schon über ihre Grenzen gegangen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oft hat es Monate vorher begonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schlaf wird schlechter. Man wacht nachts auf und denkt an die Arbeit. Die Konzentration lässt nach. Entscheidungen fallen schwerer. Man wird vergesslicher und reizbarer. Geräusche, Fragen oder Anforderungen, die früher kaum gestört haben, werden plötzlich zu viel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwann gesellt sich zu der Müdigkeit etwas anderes:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Distanz.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Arbeit. Zu den Menschen dort. Manchmal auch zu sich selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was einmal wichtig war, wird gleichgültiger. Aus Engagement wird innerer Rückzug. Aus <em>Ich mache das gern</em> wird <em>Ich muss da irgendwie durch</em>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist eigentlich ein Burnout?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff wird inzwischen sehr großzügig verwendet. Medizinisch ist er aber enger gefasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burnout in der ICD-11 nicht als eigenständige psychische Erkrankung, sondern als <strong>Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich bewältigt werden konnte</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei stehen drei Bereiche im Vordergrund:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Erschöpfung</strong> – das Gefühl, körperlich und emotional keine Reserven mehr zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zunehmende innere Distanz zur Arbeit</strong> – häufig verbunden mit Negativismus oder Zynismus.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nachlassende berufliche Leistungsfähigkeit</strong> – Konzentration, Belastbarkeit und das Gefühl der eigenen Wirksamkeit nehmen ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu können weitere Beschwerden kommen: Schlafstörungen, innere Unruhe, Reizbarkeit, Kopf- oder Rückenschmerzen, muskuläre Verspannungen, Magen-Darm-Beschwerden oder das Gefühl, auch in der Freizeit nicht mehr richtig abschalten zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und häufig passiert etwas ausgesprochen Ungünstiges:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir beantworten nachlassende Kraft mit <strong>noch mehr Anstrengung</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir organisieren besser. Arbeiten länger. Werden effizienter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und streichen als Erstes die Dinge, die scheinbar verzichtbar sind:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sport.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Freunde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch auf dem Nachttisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Abend, an dem einmal gar nichts passieren sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgerechnet das, was uns Kraft zurückgeben könnte, verschwindet zuerst.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Burnout oder Depression?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Unterscheidung ist wichtig, denn die Begriffe werden häufig durcheinandergebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem Burnout stehen die Beschwerden definitionsgemäß <strong>im Zusammenhang mit der Arbeit</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Depression greift dagegen typischerweise weiter in das Leben hinein. Niedergeschlagenheit, Interessen- und Freudverlust und verminderter Antrieb können sich durch nahezu alle Lebensbereiche ziehen. Hinzukommen können Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Schuld- oder Wertlosigkeitsgefühle, Veränderungen von Appetit und Gewicht, Hoffnungslosigkeit und bei schweren Depressionen auch Suizidgedanken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Grenze ist nicht immer messerscharf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Mensch mit Burnout kann zusätzlich eine Depression entwickeln. Und jemand mit einer Depression kann seine Beschwerden zunächst für berufliche Erschöpfung halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch körperliche Erkrankungen können hinter ausgeprägter Müdigkeit und Erschöpfung stehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb gehört eine länger anhaltende oder zunehmende Erschöpfung <strong>nicht einfach selbst diagnostiziert</strong>, sondern ärztlich abgeklärt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Und was macht chronischer Stress mit uns?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Körper ist für Stress erstaunlich gut ausgerüstet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurzfristig ist die Stressreaktion sogar ausgesprochen sinnvoll: Das sympathische Nervensystem wird aktiviert, Stresshormone werden ausgeschüttet, Herzschlag und Aufmerksamkeit verändern sich, Energie wird mobilisiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir können reagieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Problematisch wird nicht die einzelne stressige Woche.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Problematisch wird es, wenn auf Aktivierung <strong>zu wenig wirkliche Regeneration</strong> folgt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der Körper zur Ruhe kommt, der Kopf aber weiterarbeitet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn der Sonntag schon vom Montag besetzt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn selbst Freizeit zu etwas wird, das man noch effizient nutzen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Menschen können im Rückblick ziemlich genau sagen, wann etwas begonnen hat, sich zu verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eigentlich schlafe ich schon seit Monaten schlecht.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eigentlich merke ich schon lange, dass ich gereizter bin.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eigentlich wollte ich schon vor Wochen etwas ändern.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde dieses kleine Wort <strong>eigentlich</strong> interessant.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil häufig schon ziemlich viel Wissen darin steckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht beginnt ein guter Umgang mit Erschöpfung deshalb nicht erst mit der großen Auszeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern viel früher damit, die eigenen Signale nicht immer wieder wegzuverhandeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht jeder müde Morgen ist ein Warnsignal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht jede anstrengende Phase macht krank.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wenn wir über längere Zeit mehr Kraft ausgeben, als wir zurückbekommen, lohnt sich eine andere Frage als:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie schaffe ich das alles noch ein bisschen besser?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nämlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was kostet mich schon seit längerer Zeit mehr Kraft, als ich zurückbekomme?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal kennen wir die Antwort längst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlich<br><strong>Stefanie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>PS:</strong>&nbsp;Wenn du neu hier bist:&nbsp;<em>Lebenszeichen</em>&nbsp;erscheint jeden Sonntag. Ich schreibe über das Leben, die Liebe und die Psyche. Wenn du jemanden kennst, dem diese Gedanken gefallen könnten, darfst du diesen Newsletter sehr gerne weiterleiten.</p>
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		<title>Was liegt auf deinem Nachttisch?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afmmedia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 15:14:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lebenszeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Psychische Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf meinem Nachttisch liegt gerade ein Nuckel. Eine kleine Spielzeuguhr. Eine Muschel aus Bali. Und „Shiva Moon“ von Helge Timmerberg. Ich finde, damit ist mein derzeitiges Leben eigentlich ziemlich gut zusammengefasst. Fernweh und Mutterschaft auf ungefähr vierzig Zentimetern Holz. Ich würde dir jetzt gerne erzählen, dass ich abends, wenn endlich alle schlafen, noch ein bisschen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Auf meinem Nachttisch liegt gerade ein Nuckel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine kleine Spielzeuguhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Muschel aus Bali.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und <strong>„Shiva Moon“ von Helge Timmerberg</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich finde, damit ist mein derzeitiges Leben eigentlich ziemlich gut zusammengefasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fernweh und Mutterschaft auf ungefähr vierzig Zentimetern Holz.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich würde dir jetzt gerne erzählen, dass ich abends, wenn endlich alle schlafen, noch ein bisschen lese. Mache ich&nbsp;aber nicht.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich schaffe ich meistens ungefähr fünf Zeilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal lese ich dieselben fünf am nächsten Abend noch einmal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Helge Timmerberg muss also gerade ein bisschen Geduld mit mir haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei lese ich ihn sehr gerne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht, weil er über das Reisen so schreibt, wie ich es selbst empfinde: nicht als eine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten, sondern als etwas, das mit uns passiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von ihm ist mir ein Gedanke geblieben – ich bekomme die genaue Formulierung nicht mehr zusammen –, dass beim Reisen unser Körper manchmal schneller ist als unsere Seele.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir steigen in ein Flugzeug, landen einige Stunden später auf einem anderen Kontinent, und irgendetwas in uns braucht noch ein bisschen länger, um hinterherzukommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich mochte diesen Gedanken immer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht liegt deshalb auch diese Muschel noch auf meinem Nachttisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Freundin hat sie mir aus Bali mitgebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bali ist einer dieser Orte, bei denen bei mir sofort Bilder auftauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Frangipani-Blüten. Familientempel. Singende Luft. Reisterrassen. Menschen, die einem zulächeln. Motorroller, die sich durch Straßen schlängeln, auf denen irgendwie alles gleichzeitig passiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Erinnerungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe dort vor einigen Jahren einige Monate mit meinem damals siebenjährigen Sohn verbracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute liegt die Muschel neben einem Nuckel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht mag ich gerade deshalb meinen Nachttisch so.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil dort nichts so recht zusammenpasst und trotzdem alles zu mir gehört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben, das ich einmal gelebt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben, das ich gerade lebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ein bisschen von dem Leben, nach dem ich mich auch sehne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht sind Nachttische überhaupt kleine, unbeabsichtigte Selbstporträts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was liegt auf deinem?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Buch, das du tatsächlich liest?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines, das seit Monaten darauf wartet?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Muschel von irgendwo?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ohropax, Nasenspray, Legosteine?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du magst, <strong>schreib mir zurück. Ich würde wirklich gerne wissen, was gerade auf deinem Nachttisch liegt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlich<br><strong>Stefanie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>P.S.</strong> Falls du Helge Timmerberg noch nicht kennst: Ich mag seine Reisebücher sehr. <em>Shiva Moon</em> führt nach Indien – eigenwillig, neugierig, manchmal ziemlich schräg und mit dieser besonderen Lust am Unterwegssein. Vielleicht eine kleine Empfehlung für deinen eigenen Nachttisch.</p>
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		<title>Ein bisschen mehr Welt.</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 15:11:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Beziehungen]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenszeichen]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt Menschen, nach deren Begegnung die eigenen Gedanken ein bisschen weiter werden. Nicht, weil sie uns sagen, wie wir leben sollten. Sondern weil in ihrer Gegenwart plötzlich wieder Dinge denkbar werden, die vorher irgendwo zwischen Alltag, Vernunft und irgendwann einmal verschwunden waren. Vor einer Woche war ich auf einer Konferenz, auf die ich mich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Menschen, nach deren Begegnung die eigenen Gedanken ein bisschen weiter werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht, weil sie uns sagen, wie wir leben sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern weil in ihrer Gegenwart plötzlich wieder Dinge denkbar werden, die vorher irgendwo zwischen Alltag, Vernunft und <em>irgendwann einmal</em> verschwunden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor einer Woche war ich auf einer Konferenz, auf die ich mich sehr gefreut hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich wegen der Themen. Es ging um Freiheit, Unternehmertum, um neue Formen des Arbeitens und Lebens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vor allem habe ich mich auf die Menschen gefreut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Mensch, der diese Konferenz ins Leben gerufen hat, hat nämlich eine Fähigkeit, die ich sehr selten finde:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Er bringt Menschen zusammen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht im Sinne von Visitenkarten, Netzwerken und <em>Du solltest unbedingt mal den und den kennenlernen</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist etwas anderes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ihn herum kommen Menschen miteinander ins Gespräch. Sie erzählen. Sie lachen. Irgendjemand hat eine Idee, jemand anderes kennt jemanden, der dazu passen könnte. Aus Fremden werden für ein paar Stunden Vertraute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manchmal entsteht dabei etwas, das sich schlecht planen und noch schlechter in ein Konferenzprogramm schreiben lässt:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Nähe.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht sogar ein bisschen Liebe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht die romantische.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern diese andere Form von Liebe, für die wir merkwürdigerweise viel weniger Worte haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wohlwollen zwischen Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Echtes Interesse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Freude daran, dass einem anderen etwas gelingt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gefühl, mit einer etwas ungewöhnlichen Idee nicht sofort wieder vernünftig werden zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, manche Menschen können Räume schaffen, in denen genau das leichter entsteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Räume, in denen Menschen sich zeigen, Ideen miteinander teilen und einander ein Stück weiterbringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht brauchen wir solche Räume.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Freiheit entsteht nicht nur dort, wo wir unabhängig sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal entsteht sie <strong>zwischen Menschen</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn jemand einen Gedanken aufnimmt, statt ihn gleich auf seine Vernünftigkeit zu prüfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir Menschen begegnen, die Dinge anders machen, als wir sie bisher kannten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn etwas, das eben noch ein wenig abwegig erschien, plötzlich näher rückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht mag ich solche Begegnungen auch deshalb so sehr, weil in meinem eigenen Leben gerade vieles in Bewegung ist:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Gedanken werden Kurse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus meiner Liebe zum Schreiben ist <em>Lebenszeichen</em> entstanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus einer Buchidee wird langsam ein richtiges Buch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dinge, die eine ganze Weile nur im Kopf existiert haben, bekommen plötzlich eine Form.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht sind Träume überhaupt weniger verträumt, als ihr Name vermuten lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann bekommen sie Termine.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rechnungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Webseiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ziemlich viele To-do-Listen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber etwas von ihrem Anfang bleibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese leise Ahnung davon, <strong>wie das eigene Leben noch aussehen könnte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht brauchen wir dafür nicht immer noch mehr Disziplin oder den nächsten perfekten Plan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal brauchen wir Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Menschen, die uns miteinander verbinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sich ehrlich mitfreuen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei denen Ideen ein bisschen mehr Luft bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und bei denen wir für einen Moment wieder etwas spüren, das im ganzen Organisieren, Arbeiten und Funktionieren erstaunlich leicht verloren geht:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>wie schön es sein kann, mit anderen Menschen in der Welt zu sein.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlich<br><strong>Stefanie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>P.S.</strong> Wenn dir dieser Newsletter gefallen hat, kannst du ihn gerne weiterschicken.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bald erscheint auch meine Webseite, wo du noch mehr über Fragen rund um meine therapeutische Arbeit erfahren kannst. Ich freue mich sehr darauf, dies bald mit dir zu teilen.&nbsp;&nbsp;</p>
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		<title>Die Sätze, die bleiben.</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 15:07:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lebenszeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Psychische Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt Sätze, die werden gesagt und verschwinden wieder. Und es gibt Sätze, die bleiben. Manchmal erstaunlich lange. Du bist zu empfindlich. Du warst schon immer schwierig. Du bist genau wie dein Vater. Für so etwas bist du nicht gemacht. Vielleicht wissen wir Jahre später nicht einmal mehr, wann ein solcher Satz zum ersten Mal [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Sätze, die werden gesagt und verschwinden wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es gibt Sätze, die bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manchmal erstaunlich lange.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Du bist zu empfindlich.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Du warst schon immer schwierig.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Du bist genau wie dein Vater.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Für so etwas bist du nicht gemacht.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht wissen wir Jahre später nicht einmal mehr, wann ein solcher Satz zum ersten Mal gefallen ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber irgendwann klingt er nicht mehr wie etwas, das jemand einmal über uns gesagt hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Er klingt wie etwas, das wir über uns wissen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Daran musste ich denken, als ich <em>Der dunkle Fluss</em> von Chigozie Obioma wieder aus meinem Bücherregal gezogen habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe dieses Buch vor einigen Jahren gelesen. Und es ist eines dieser Bücher, von denen nicht unbedingt jede Einzelheit bleibt – aber ein Gefühl. Eine Unruhe. Etwas, das sich beim Lesen festsetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obioma erzählt von vier Brüdern in Nigeria.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ihr Vater für längere Zeit nicht zu Hause ist, beginnen sie an einem Fluss zu fischen. Dort begegnen sie einem Mann, der einem der Brüder <strong>ein schweres Schicksal voraussagt.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist zunächst nur ein Satz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und doch beginnt dieser Satz, sich zwischen die Brüder zu schieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was vorher selbstverständlich war, bekommt plötzlich einen Schatten. Angst und Misstrauen schleichen sich in etwas, das vorher Nähe war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zukunft ist noch gar nicht geschehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und trotzdem beginnt sie bereits, die Gegenwart zu verändern.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht hat mich genau das an diesem Buch so beschäftigt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie mächtig eine Geschichte werden kann, sobald wir beginnen, an sie zu glauben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich laufen die wenigsten von uns mit düsteren Prophezeiungen durch ihr Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber vielleicht mit anderen Sätzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sätzen darüber, wer wir sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wir können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was uns zusteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und was für Menschen wie uns angeblich möglich ist – oder eben nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche davon wurden uns direkt gesagt. Andere entstehen viel leiser.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Familien zum Beispiel, in denen einer <em>der Kluge</em> ist, eine <em>die Vernünftige</em> und ein anderer eben <em>der Schwierige</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Irgendwann braucht es niemanden mehr, der uns diese Geschichte erzählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir erzählen sie selbst weiter.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manchmal suchen wir sogar nach ihren Beweisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer sich für schwierig hält, erlebt einen Konflikt vielleicht nicht nur als etwas, das zwischen zwei Menschen geschieht, sondern als Bestätigung:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Siehst du. Mit mir stimmt etwas nicht.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer lange gehört hat, etwas nicht zu können, versucht es vielleicht irgendwann gar nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wer überzeugt ist, immer alles allein schaffen zu müssen, bemerkt womöglich kaum noch, wie selten er jemanden um Hilfe bittet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Natürlich können wir uns nicht einfach eine schönere Geschichte über uns erzählen und alles wird gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wir können neugierig werden auf die Geschichten, die wir über uns für wahr halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht zwei Dinge auseinanderhalten:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was weiß ich wirklich über mich?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was wurde mir irgendwann über mich erzählt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das eine der interessanteren Aufgaben des Erwachsenwerdens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht vollkommen neu zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern gelegentlich in den eigenen inneren Sätzen herumzustöbern und zu fragen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wer hat das eigentlich gesagt?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und noch wichtiger:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Muss ich es weitererzählen?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlich<br><strong>Stefanie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>PS:</strong>&nbsp;Wenn du neu hier bist:&nbsp;<em>Lebenszeichen</em>&nbsp;erscheint jeden Sonntag. Ich schreibe über das Leben, die Liebe und die Psyche. Wenn du jemanden kennst, dem diese Gedanken gefallen könnten, darfst du diesen Newsletter sehr gerne weiterleiten.</p>
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		<title>Das Leben, das auch unseres hätte sein können.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afmmedia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 13:13:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lebenszeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliche Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt das Leben, das wir leben. Und dann gibt es noch die anderen. Das Leben in der Stadt, in die wir nie gezogen sind. Mit dem Menschen, bei dem wir nicht geblieben sind. In dem Beruf, den wir beinahe gewählt hätten. Mit der Reise, die wir immer machen wollten und irgendwann nicht mehr gemacht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<pre class="wp-block-preformatted">
Es gibt das Leben, das wir leben.</pre>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann gibt es noch die anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben in der Stadt, in die wir nie gezogen sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Menschen, bei dem wir nicht geblieben sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dem Beruf, den wir beinahe gewählt hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit der Reise, die wir immer machen wollten und irgendwann nicht mehr gemacht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Manche dieser Leben verschwinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere laufen noch eine ganze Weile neben uns her.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie leise Parallelgeschichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meistens bemerken wir sie kaum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis manchmal ein Lied reicht. Ein Geruch. Ein Name auf einem Bildschirm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und plötzlich ist es wieder da:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>das Leben, das auch unseres hätte sein können.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Psychotherapie begegnen mir diese ungelebten Leben immer wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oft versteckt in einem kleinen Satz:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Was wäre gewesen, wenn …?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich gegangen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich geblieben wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich mich getraut hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich früher gewusst hätte, was ich heute weiß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schwierige daran ist: Die ungelebten Leben haben einen kleinen unfairen Vorteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sie mussten nie wirklich gelebt werden.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">In ihnen gibt es keine müden Dienstagabende, keine falschen Entscheidungen und keine Menschen, die ihre Socken neben den Wäschekorb werfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie dürfen glänzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das gelebte Leben muss sich dagegen mit der Wirklichkeit herumschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht sollten wir deshalb vorsichtig sein mit dem Gedanken:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dort wäre ich glücklicher gewesen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wissen es nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer bleibt, erfährt nicht, was beim Gehen passiert wäre. Wer geht, weiß nicht, wie es gewesen wäre zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unser Leben kommt leider ohne Vergleichsversion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und trotzdem glaube ich, dass es sich lohnt, den ungelebten Leben zuzuhören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht, weil wir ihnen hinterherlaufen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sondern weil in ihnen manchmal etwas steckt, das uns <strong>heute</strong> noch etwas sagen möchte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht vermissen wir gar nicht die Stadt, in die wir nie gezogen sind – sondern Abenteuer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht den Beruf, den wir nicht gewählt haben – sondern Gestaltung oder Freiheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht einmal unbedingt den Menschen von damals – sondern ein Gefühl, das wir mit ihm verbunden haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann verändert sich die Frage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was wäre gewesen, wenn?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">wird:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was davon fehlt mir heute?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das der versöhnlichere Umgang mit den Leben, die wir nicht gelebt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir müssen nicht zurückgehen und eine alte Abzweigung suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wir können schauen, ob etwas von dem, wonach wir uns damals gesehnt haben, <strong>heute noch einen Platz in unserem Leben bekommen darf.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn man kann sein Leben lieben und trotzdem manchmal um ein anderes trauern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das eine macht das andere nicht weniger wahr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manche Türen sind tatsächlich geschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Andere warten vielleicht nur darauf, dass wir noch einmal die den Türgriff in die Hand nehmen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlich<br><strong>Stefanie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>PS:</strong>&nbsp;Wenn du neu hier bist:&nbsp;<em>Lebenszeichen</em>&nbsp;erscheint jeden Sonntag. Ich schreibe über das Leben, die Liebe und die Psyche. Wenn du jemanden kennst, dem diese Gedanken gefallen könnten, darfst du diesen Newsletter sehr gerne weiterleiten.</p>
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		<title>Wenn ein Mensch zur Heimat wird</title>
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		<dc:creator><![CDATA[afmmedia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 11:47:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lebenszeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Persönliche Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[Über das Leben, die Liebe und die Psyche Es gibt Bücher, die liest man. Und es gibt Bücher, die liebt man. „Es ging immer nur um Liebe“ von Musa Okwonga ist eines meiner Lieblingsbücher. Es ist ein Buch, das vieles gleichzeitig sein darf. Ein Buch über Liebe und Sexualität.&#160; Über Rassismus und Entfremdung.&#160; Über Verlust [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Über das Leben, die Liebe und die Psyche</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Bücher, die liest man.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und es gibt Bücher, die liebt man.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>„Es ging immer nur um Liebe“ von Musa Okwonga</strong> ist eines meiner Lieblingsbücher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist ein Buch, das vieles gleichzeitig sein darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Buch über Liebe und Sexualität.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Rassismus und Entfremdung.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Verlust und Selbstakzeptanz.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Berlin – eine Stadt, in der man verschwinden und auffallen, dazugehören und fremd bleiben kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und irgendwo zwischen Uganda, London und Berlin sucht Okwonga nach etwas, für das wir ein erstaunlich kleines Wort haben:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Heimat.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo ist sie eigentlich?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht dort, wo wir geboren wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht in einer Sprache, in die wir zurückfallen, wenn wir müde sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Geruch, der eine Erinnerung aufschließt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Straße, deren Geräusche wir mit geschlossenen Augen erkennen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oder in einem Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht suchen wir deshalb in der Liebe nicht nur jemanden, den wir lieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht suchen wir manchmal auch einen Ort, an dem wir unsere inneren Koffer endlich abstellen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Du kannst bleiben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei kleine Wörter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ziemlich viel Sehnsucht darin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn wie schön ist die Vorstellung, bei einem anderen Menschen nicht ständig auf gepackten Koffern sitzen zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wie beängstigend kann sie werden, wenn dieser Mensch plötzlich selbst zur Heimat geworden ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was passiert, wenn er geht?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Menschen mit Verlustangst kann sich eine drohende Trennung deshalb nach sehr viel mehr anfühlen als nach dem Verlust einer Beziehung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn mit diesem Menschen droht auch das Gefühl verloren zu gehen, irgendwo sicher zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann kann eine unbeantwortete Nachricht plötzlich eine Geschichte erzählen, die noch gar nicht passiert ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Rückzug bekommt eine Bedeutung, die vielleicht gar nicht gemeint war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und aus einem schlichten „Ich brauche heute ein bisschen Zeit für mich“ wird im eigenen Inneren schnell die Frage:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Willst Du überhaupt noch bei mir sein?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn wir lieben nicht nur mit dem Menschen, der wir heute sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir lieben auch mit unserer Geschichte.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit unseren Erfahrungen von Nähe und Entfernung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem, was wir über Bleiben und Gehen gelernt haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit den Menschen, die da waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und manchmal noch viel länger mit denen, die es nicht waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht besteht eine der schwierigeren Aufgaben erwachsener Liebe darin, beides zu können:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>bei einem anderen Menschen anzukommen –<br>und trotzdem bei sich selbst wohnen zu bleiben.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein anderer Mensch darf Heimat sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber er sollte nicht unser einziges Zuhause sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und vielleicht hatte Okwonga mit seinem Titel recht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Es ging immer nur um Liebe.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht geht es aber auch darum, ob wir gelernt haben, in ihr zu wohnen, ohne uns selbst darin zu verlieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlich<br><strong>Stefanie</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">P.S. Gerade bekommt mein neuer Verlustangst- Onlinekurs <strong>„Bitte verlass mich nicht“</strong> seinen letzten Schliff.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darin geht es darum, woher diese Angst kommt, warum unser Bindungssystem manchmal Alarm schlägt, wenn ein geliebter Mensch auf Abstand geht – und wie wir lernen können, mehr Sicherheit in uns selbst und unseren Beziehungen zu finden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Du Dich darin wiedererkennst oder beruflich Menschen begleitest, die diese Angst kennen, kannst Du Dich hier unverbindlich auf die Warteliste setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>→ Hier geht es zur Warteliste:</strong></p>



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