Ein bisschen mehr Welt.

von | Okt. 1, 2026 | Beziehungen, Lebenszeichen | 0 Kommentare

Es gibt Menschen, nach deren Begegnung die eigenen Gedanken ein bisschen weiter werden.

Nicht, weil sie uns sagen, wie wir leben sollten.

Sondern weil in ihrer Gegenwart plötzlich wieder Dinge denkbar werden, die vorher irgendwo zwischen Alltag, Vernunft und irgendwann einmal verschwunden waren.

Vor einer Woche war ich auf einer Konferenz, auf die ich mich sehr gefreut hatte.

Natürlich wegen der Themen. Es ging um Freiheit, Unternehmertum, um neue Formen des Arbeitens und Lebens.

Aber vor allem habe ich mich auf die Menschen gefreut.

Der Mensch, der diese Konferenz ins Leben gerufen hat, hat nämlich eine Fähigkeit, die ich sehr selten finde:

Er bringt Menschen zusammen.

Nicht im Sinne von Visitenkarten, Netzwerken und Du solltest unbedingt mal den und den kennenlernen.

Es ist etwas anderes.

Um ihn herum kommen Menschen miteinander ins Gespräch. Sie erzählen. Sie lachen. Irgendjemand hat eine Idee, jemand anderes kennt jemanden, der dazu passen könnte. Aus Fremden werden für ein paar Stunden Vertraute.

Und manchmal entsteht dabei etwas, das sich schlecht planen und noch schlechter in ein Konferenzprogramm schreiben lässt:

Nähe.

Vielleicht sogar ein bisschen Liebe.

Nicht die romantische.

Sondern diese andere Form von Liebe, für die wir merkwürdigerweise viel weniger Worte haben.

Das Wohlwollen zwischen Menschen.

Echtes Interesse.

Die Freude daran, dass einem anderen etwas gelingt.

Das Gefühl, mit einer etwas ungewöhnlichen Idee nicht sofort wieder vernünftig werden zu müssen.

Ich glaube, manche Menschen können Räume schaffen, in denen genau das leichter entsteht.

Räume, in denen Menschen sich zeigen, Ideen miteinander teilen und einander ein Stück weiterbringen.

Und vielleicht brauchen wir solche Räume.

Denn Freiheit entsteht nicht nur dort, wo wir unabhängig sind.

Manchmal entsteht sie zwischen Menschen.

Wenn jemand einen Gedanken aufnimmt, statt ihn gleich auf seine Vernünftigkeit zu prüfen.

Wenn wir Menschen begegnen, die Dinge anders machen, als wir sie bisher kannten.

Wenn etwas, das eben noch ein wenig abwegig erschien, plötzlich näher rückt.

Vielleicht mag ich solche Begegnungen auch deshalb so sehr, weil in meinem eigenen Leben gerade vieles in Bewegung ist:

Aus Gedanken werden Kurse.

Aus meiner Liebe zum Schreiben ist Lebenszeichen entstanden.

Aus einer Buchidee wird langsam ein richtiges Buch.

Dinge, die eine ganze Weile nur im Kopf existiert haben, bekommen plötzlich eine Form.

Vielleicht sind Träume überhaupt weniger verträumt, als ihr Name vermuten lässt.

Irgendwann bekommen sie Termine.

Rechnungen.

Webseiten.

Und ziemlich viele To-do-Listen.

Aber etwas von ihrem Anfang bleibt.

Diese leise Ahnung davon, wie das eigene Leben noch aussehen könnte.

Und vielleicht brauchen wir dafür nicht immer noch mehr Disziplin oder den nächsten perfekten Plan.

Manchmal brauchen wir Menschen.

Menschen, die uns miteinander verbinden.

Die sich ehrlich mitfreuen.

Bei denen Ideen ein bisschen mehr Luft bekommen.

Und bei denen wir für einen Moment wieder etwas spüren, das im ganzen Organisieren, Arbeiten und Funktionieren erstaunlich leicht verloren geht:

wie schön es sein kann, mit anderen Menschen in der Welt zu sein.

Herzlich
Stefanie

P.S. Wenn dir dieser Newsletter gefallen hat, kannst du ihn gerne weiterschicken. 

Bald erscheint auch meine Webseite, wo du noch mehr über Fragen rund um meine therapeutische Arbeit erfahren kannst. Ich freue mich sehr darauf, dies bald mit dir zu teilen.  

Lebenszeichen

Jeden Sonntag in deinem Postfach.

Manche Gedanken kommen und gehen. Andere bleiben.

Über die Psyche und unsere Beziehungen, über Entscheidungen und Veränderungen, über Bücher und Begegnungen.

Weiterlesen

Weitere Lebenszeichen

Alle ansehen